Eine 4te Klasse der Grundschule Nastätten zu Besuch auf dem Gemüseacker der Solawi Oelsberg

Üppiges Gemüse auf dem Acker in Echt zu sehen ist eine beeindruckende Sache und, dass die meisten fleißigen Helfer für das Gedeihen im Erdboden leben, war die Überraschung des Vormittags für die Schüler der vierten Klasse von Frau Haas.

Mit dem Planenspiel fing alles an und alle durften mit anfassen. Erst einmal wurde dabei geklärt, wer Gemüse kennt das in die Erde hineinwächst (Wurzelgemüse) oder wer ein Gemüse nennen kann, dass gerade auf dem Acker steht. Alle die ein rotes Gemüse kennen, konnten dann auch unter der Plane hindurch rennen – da war dann tatsächlich ein großes Getummel – unter der Plane!!

Die entscheidende Frage war letztendlich, wer alles weiß, wie viele Bodenlebewesen in einer Hand voll Erde wohnen?

Um dieser Frage nachzugehen wurden drei Gruppen gebildet und jede Gruppe bekam einen Spaten und eine Schüssel um an drei verschiedenen Stellen auf dem Acker Erdboden zu entnehmen.

Bei einer Stelle handelte es sich um sehr harten, verdichteten Boden, der aus sehr großen Klumpen bestand, die wie Steine aussahen.

Die zweite Stelle war im Sonnenblumenfeld, dort sah die Erde fluffig aus. Bei der dritten Stelle wurde an einem humusreichen Abschnitt Erde entnommen, diese war feinkrümelig.

Die Schüsseln wurden zusammengetragen und alle konnten, mit oder ohne Lupen, vergleichen und mit den Händen begreifen:

  • Was ist los in welcher Schüssel?
  • Wo ist weniger los und woran könnte das liegen?
  • Wie fühlt sich die Erde an?
  • Welche Unterschiede gibt es?

Können der Regenwurm & Co. in einem harten, wie Stein sich anfühlenden Boden ihre Arbeit erledigen oder überhaupt leben?

Antworten gab hierzu das Lebensnetz

Du gibst mir deine Nährstoffteilchen:

Denn eigentlich leben alle unterirdischen Helfer nur wenige Millimeter unter der Erde. Hier zersetzen sie das organische Material an der Oberfläche. Nur der Regenwurm, der Maulwurf und die Wühlmaus gehen bis zu 4m tief und vermischen den Humus mit dem Mineralboden.

Dadurch wird der Erdboden mit Mineralien und Nährstoffen angereichert, die dem Gemüse dann zur Verfügung stehen. Was wiederum uns zu Gute kommt, denn dann essen wir nicht einfach nur irgendwelches Gemüse, sondern Gemüse, dass uns gesund erhä

Du gibst mir dein Wasser:

Die Schüler konnten sehen, dass in den Bodenproben 2 und 3 die Erde fluffig und feinkrümelig war und Wasser aufgenommen werden kann. Die unterirdischen Tierchen können sich darin bewegen und das Gemüse kann problemlos feste Wurzeln schlagen.

In Bodenprobe 1 war die Erde schon einem Tonklumpen gleich und Wasser wäre über die Erde hinweggespült worden. Es war kein Raum für unterirdische Helfer und Wurzeln waren nicht zu sehen.

Wir tauschen unsere Luft aus:

Die Regenwürmer haben unterirdisch Lufträume geschaffen in denen sich die Gemüsewurzeln gut verzweigen können.

Den Schülern wurde anhand des Wurzelbildes verdeutlicht, dass die oberirdische Größe einer Pflanze nichts darüber aussagt, wie tief die Wurzeln wachsen geschweige denn, welche Formen die Wurzeln annehmen können.

Freunde sind was Wunderbares:

Auch wenn wir um einiges größer und stärker sind als diese kleinen Lebewesen, ist es an uns, ihre Arbeit im Bodenkreislauf wertzuschätzen und sie im Blick zu haben – wie unsere Freunde eben.

Was die Schüler sofort animierte eine Schwebfliege wieder zum Insektenhotel zu bringen, damit sie möglicherweise noch ihren Winterschlaf antreten kann und alle Regenwürmer in den Schüsseln wieder in die fluffige Erde zu setzen.

Als dann noch einmal die Anfangsfrage vom Planenspiel aufgegriffen wurde, wie viele Bodenlebewesen sich in einer Handvoll Ackererde befinden können, waren alle erstaunt, dass es 10 Milliarden sein können.

Es durfte jedes Schulkind noch mit Wilfried, unserem Landwirt, eine Möhre aus dem Acker ziehen und mitnehmen. Auf dem Sonnenblumenfeld wurde nach Sonnenblumenkernen gesucht, aber alle Köpfe waren von den Vögeln schon geleert!! Dabei wurden dann die verwelkten Sonnenblumen wie ein Labyrinth benutzt und auch umgetreten. Das Niedertreten war in diesem Fall gewollt und praktisch, denn das Sonnenblumenfeld wird bald gehäckselt und unter die Ackererde gemischt um dadurch neuen Erdboden zu schaffen und der Fläche wieder Substanz zurückzugeben.

Auf dem Kartoffelacker fanden sich dann auch noch Reste, die für jeden noch eine Kartoffel ergaben. Die Kinder trugen stolz „ihren Ertrag“ mit nach Hause.

Es waren zwei schöne und lebendige Stunden in denen auch über die verschiedenen Gemüsesorten auf dem Acker gesprochen wurde, wenn man daran vorbeiging. Selbst in dieser späten Jahreszeit ist dort noch einiges zu finden.

Wir würden uns freuen, wenn es die Möglichkeit eines weiteren Treffens im Frühjahr gäbe. Dann könnten die Schüler z.B. die Jungpflanzen setzen und sich das Basiswissen über den Bodenkreislauf zu Nutze machen und die Pflanzen in die dadurch gut vorbereitete Ackererde bringen.

Es bedanken sich herzlich für den Besuch und die Spende an die Solawi Oelsberg:

Marion und Wilfried